Author Topic: Das Studium ist dem Genitiv sein Tod  (Read 7723 times)

Mark

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Das Studium ist dem Genitiv sein Tod
« on: 2007-04-18 18:39:03 »
Angehende Germanisten haben keine Ahnung von Grammatik, behaupten ihre Professoren:

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,477841,00.html

Für unsereins sind die Musterlösungen der Professoren zum Teil aber auch ein wenig simplizistisch...
« Last Edit: 2007-04-18 18:42:54 by Mark »

aleks

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Re: Das Studium ist dem Genitiv sein Tod
« Reply #1 on: 2007-04-18 20:23:03 »
Musterlösungen? Professoren?

... das hab ich aber irgendwie anders mitgekriegt...  ::)

Und nix gegen mein Musterlösungen!  ;D
"Die Akademie ist hier sehr schwach, ob sie gleich verdienstvolle Leute besitzt und ein ungeheures Geld [...] verwendet wird; allein die alte Form widerspricht jedem fortschreitenden Leben, die Wirkungen greifen nicht ineinander"
Goethe in Tübingen, 1797

Laura

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Re: Das Studium ist dem Genitiv sein Tod
« Reply #2 on: 2007-04-19 08:50:49 »
Öhm, meintest du die Vorschläge zur Verbesserung der Lage oder die Lösungen der Testfragen?

johannes

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Re: Das Studium ist dem Genitiv sein Tod
« Reply #3 on: 2007-04-19 14:10:27 »
Mit den Lösungen zu den Testfragen hättest Du auf jeden Fall schon mal recht.

aleks

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Re: Das Studium ist dem Genitiv sein Tod
« Reply #4 on: 2007-04-19 15:13:36 »
GERMANISTIK!!

Du kannst von einem Mathelehrer ja auch kein Lambdakalkül verlangen...

Schliesslich sind das Schulgrammatiker - keine Sprachwissenschaftler...
... sonst hätten die am Ende noch was mit uns zu tun...

... unvorstellbar  :o
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Goethe in Tübingen, 1797

Kilian

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Re: Das Studium ist dem Genitiv sein Tod
« Reply #5 on: 2007-04-19 15:23:13 »
Besondere Kompetenz (nicht grammatisch, mehr allgemein) kann man auch dem/der Schreiber/in nicht anlasten:

Quote
Es handele sich um eine Entwicklung, die seit rund zehn Jahren zu beobachten sei. "Seit etwa fünf Jahren ist die Situation alarmierend."

Habermann kann das so genau sagen, weil sie den Test bereits seit dem Jahr 2003 an ihrer Universität durchführt und "jedes Jahr die gleichen schlechten Ergebnisse zu sehen bekommt".

Sie kann die Situation seit etwa fünf Jahren mit der davor vergleichen, weil sie seit vier Jahren Tests durchführt? Nee is klar.
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Armin

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Re: Das Studium ist dem Genitiv sein Tod
« Reply #6 on: 2007-04-19 17:32:21 »
Extrapolation. Hauptthese: "Früher war allen besser" (zu Mute)

aleks

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Re: Das Studium ist dem Genitiv sein Tod
« Reply #7 on: 2007-04-19 20:53:10 »
Das braucht man halt, um sich als alter Sack besser zu fühlen ;D

Aber arg rosig ist die Situation unter den Studienanfängern/Abiturienten nicht.... auch, falls sie das nie war.
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Laura

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Re: Das Studium ist dem Genitiv sein Tod
« Reply #8 on: 2007-04-20 10:52:39 »
Stimmt, stimmt, stimmt. Bessere Lehrere braucht  das Land - aber wie soll es die kriegen? Von uns wird es jedenfalls keiner werden (hoffe ich)... :P

Armin

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Re: Das Studium ist dem Genitiv sein Tod
« Reply #9 on: 2007-04-20 12:31:05 »
Das sagst Du als Tutorin? In diesem Sinne "lehrst" Du auch. Und erweitere den Personenkreis nur ein wenig, so hast Du Sabine mit drin.

Die Grundschulpädagogik hat allerdings auch so manche Problematik, die mich den Kopf schütteln lässt. Kurz zusammengefasst: Was ein Lehrer alles an "Kompetenzen" vermitteln und an mangelnder Erziehung im Elternhaus ersetzen muss, verweist für uns so wichtige Fähigkeiten wie die Beherrschung der Rechtschreibung auf die hinteren Plätze.

aleks

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Re: Das Studium ist dem Genitiv sein Tod
« Reply #10 on: 2007-04-20 13:58:24 »
Für den Elternführerschein ab 16!

Jetzt mal ganz im Ernst - in dem Café, in dem ich früher gearbeitet hab, gab's ne Kinderecke - und folglich eine ganze Menge Eltern mit Kids. Was ich da an mißerzogenen kleinen Rotzblagen gesehen habe... grauenhaft.
Aus antiautoritär erzogenen Kindern werden halt auch nur wieder Sozialpädagogen und Deutschlehrer...
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Laura

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Re: Das Studium ist dem Genitiv sein Tod
« Reply #11 on: 2007-04-20 22:07:03 »
Ach ja, 'tschuldigung, Sabine natürlich. Dann ruht auf ihr meine ganze Hoffnung  :). Zum Thema Tutorium: Ich werde zwar nicht an einer Schule unterrichten (und auf diese bezog ich mich mit den besseren Lehrern), aber gerade darum mache ich den Job ja jetzt: um Unterrichten zu lernen, damit ich, falls ich an der Uni hängenbleibe, nicht als Zweitausgabe der L-Alliteration die Leute langweile...  ;) Und natürlich habt ihr Recht; wenn die Lehrer erst mal erziehen müssen, braucht man sich nicht zu wundern... *sich-am-Kopf-kratz*

OT: Armin, du wolltest mir den Speiseplan von morgen schicken!

Armin

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Re: Das Studium ist dem Genitiv sein Tod
« Reply #12 on: 2007-04-20 22:33:00 »
Da es vielleicht alle interessiert: Einmal ein Chili in zwei Varianten (mit toten Viechern und ohne; da wir das schonmal hatten, bin ich recht unbesorgt, es sei denn, Deine Verträglichkeiten haben sich verschoben), und dann Kässpätzle, begleitet von selbstzubastelnden Salaten.

Und wehe, jemand isst die extra für Laura gekauften Kekse weg! (Ich hätte mehr davon besorgen sollen... vielleicht mache ich das noch.) Einkaufen für Allergiker erinnert irgendwie an  Anätagraphie (nur die russische Variante; russisch wie das Roulette).

Laura

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Re: Das Studium ist dem Genitiv sein Tod
« Reply #13 on: 2007-04-20 23:05:05 »
Danke, Chili ist optimal. Aber kannst du noch mal erklären, was Anätagraphie ist? Wenn's russisch ist, gefällt's mir jedenfalls  ;D... Mein Keks- und Schokoladenbedarf geht momentan gegen null (muss die bitter missachtete Fastenzeit nachholen), also dürfen auch andere Leute von den Keksen essen, aber es ist natürlich supernett von dir!

Armin

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Re: Das Studium ist dem Genitiv sein Tod
« Reply #14 on: 2007-04-20 23:20:39 »
Anätagraphie ist ein arbiträrer Verzicht. Worauf, verrät das Altgriechische. Oder der Kilian. Oder dem Kilian seine "Dies ist keine Webseite". Im Vergleich mit Essen und Dir ist es aber ein harm-, weil folgenloser Verzicht. Deswegen die hypothetische Variante russisch.

Kilian

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Re: Das Studium ist dem Genitiv sein Tod
« Reply #15 on: 2007-04-20 23:46:05 »
Zu Diensten: A B C D F G H...

L-Alliterationen können auch sehr unterhaltsam sein: Tom Brokaw
« Last Edit: 2007-04-20 23:51:23 by Kilian »
There was n-ary a tree in sight.